stark vereinfachte Beschreibung
Warum Silbergelatine Prints?
Ein Silbergelatine Bild enthält keine Tinten oder Pigmente. Es besteht aus mikroskopisch kleinen Silberpartikeln, die in einer Schicht aus Gelatine gebunden sind. Dies sorgt, bei entsprechender Verarbeitung, für ein dauerhaftes Bild, was durch die 150-jährige Geschichte des Prozesses belegt ist.
Visuell liefert dieses Verfahren einzigartige, schwarzweiße Bilder mit tiefen Schwarztönen und subtilen Nuancen. In Verbindung mit einem hochwertigen, schweren Barytpapier, basierend auf natürlichen Zellulosefasern, überzeugt der Print neben seinen haptischen Qualitäten auch durch eine edle Oberflächenstruktur.
Das Silbergelatine Bild wird als schwarzweißer Abzug, auch als Print bezeichnet, von einem analogen Filmnegativ ausschließlich mit optischen und chemischen Verfahren belichtet. Der Prozess ergibt ein Bild mit tiefen Schwarztönen, organischer Textur und einem zeitlosen Aussehen.
Filmentwicklung in einer Tageslichtdose auf einem Rotationsentwickler

Rotationsentwicklung mit Tageslichtdose

Filmentwicklung
Nach der Aufnahme mit einer analogen Kamera wird der belichtete Film in einem mehrstufigen, individuell angepassten, chemischen Prozess entwickelt. Das bis zu diesem Zeitpunkt latente Bild wird sichtbar und dauerhaft haltbar gemacht. Das resultierende Negativ wird dann gewaschen und getrocknet. Die Sorgfalt während dieses Prozesses bestimmen maßgeblich die Eigenschaften des endgültigen Bildes wie Detailzeichnung, Tonalität oder Körnigkeit.
Projiziertes Bild unter einem Vergrößerer

Projektion auf Fotopapier mittels Vergrößerer

Vergrößerung
Um ein größeres Bild als Positiv zu erhalten, wird das Negativ mit farbigem Licht verschiedener Wellenlängen, optisch auf das Fotopapier projiziert. Kreative Anpassungen des Bildes werden durch die Manipulation des Lichts während der Vergrößerung vorgenommen. Dieser und die folgenden Schritte werden in einer Dunkelkammer durchgeführt, die mit einem "sicheren" Licht (häufig Rotlicht) beleuchtet wird, um die lichtempfindlichen Materialien zu schützen
Verarbeitung
Das belichtete Fotopapier wird in aufeinanderfolgenden, chemischen Bädern derart behandelt, dass sich aus dem belichteten, latenten, ein permanentes Bild entwickelt. 
Waschen
Der Print wird in verschiedenen Stufen über einen längeren Zeitraum unter ständigem Austausch von Wasser gewaschen. Das Entfernen von Chemikalienresten aus den Papierfasern ist mit entscheidend für die Langlebigkeit des fertigen Bildes.
Trocknen - Glätten
Prints auf faserbasierten Papieren (Barytpapier) benötigen großzügig Zeit zum langsamen Lufttrocknen auf Trockengestellen. Durch das langsame Trocknen behält das Papier eine natürlich strukturierte, halbglänzende Oberfläche. Während des Trocknungsprozesses wölbt sich das Papier und die Prints müssen unter Einfluss von Hitze und Druck geglättet werden.
Tonen
Einerseits kann durch chemisches Tonen der optische Bildeindruck verändert werden, indem bestimmte Tonwerte (Bereiche unterschiedlicher Schwärzung) in wärmere oder kühlerer Werte geändert werden. Andererseits kann durch Verändern des Bildsilbers in weniger oxidative chemische Verbindungen die Haltbarkeit deutlich gesteigert werden.
Retusche
Nicht selten braucht ein Foto einen "letzten Schliff", weil sich unerwünschte fleckige Stellen zeigen, hervorgerufen durch kleine Staubteilchen während des Prozesses. Mit speziellen Retuschefarben, die für die erforderliche Stelle in passendem Farbton und -dichte abgemischt werden erfolgt die Retusche. Mittels eines sehr feinen Pinsels wird die betreffende Stelle durch häufiges Tupfen mit kleinsten Punkten der Umgebung angepasst, so dass sich ein nahtloser Übergang ergibt.
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